Gender Mainstream

Alle EU-Länder haben sich 1999 auf Gender Mainstreaming als Leitlinie für alle gesellschaftlichen Bereiche geeinigt. Gender kommt aus dem Englischen und bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechterrollen von Frauen und Männern. Diese sind – anders als das biologische Geschlecht – erlernt und damit auch veränderbar. Mainstreaming bedeutet, dass bei allen Entscheidungen und Prozessen beide Geschlechterrollen berücksichtigt werden.

Mädchen und Jungen, Frauen und Männern wird eine Entwicklung und Lebensgestaltung ermöglicht, die ihren jeweiligen individuellen Fähigkeiten, Neigungen und Begabungen gerecht wird. Ziel ist die Gleichstellung im Sinne einer Geschlechterdemokratie. Diese Leitlinie bestimmt auch unser Handeln. 

An unserer Schule gibt es eine Ansprechpartnerin für Gleich-stellungsfragen. Sie unterstützt die Arbeit der für unsere Schulform zuständigen Gleichstellungs- beauftragten der Bezirksregierung.

Die Ansprechpartnerin für Gleichstellungsfragen hilft dem Kollegium mit Beratung, Unterstützung und Impulsen, gleichberechtigte Bedingungen für Kolleginnen und Kollegen im Arbeitsumfeld zu ermöglichen. Sie wirkt mit bei der Ausführung aller Vorschriften und Maßnahmen, die Auswirkungen auf die Gleichstellung von Mann und Frau haben oder haben können.

In der Schule kommt ihr dabei besondere Bedeutung bei sozialen, organisatorischen und personellen Maßnahmen wie Stellen-ausschreibungen, Auswahlverfahren und Vorstellungs-gesprächen zu. Dabei hat sie das Recht auf Akteneinsicht. Bei Beurteilungs-besprechungen ist sie anwesend. Sie ist nicht nur Ansprechpartnerin für alle Kolleginnen und Kollegen, sondern auch für alle Schülerinnen und Schüler in Gleichstellungsfragen. Dabei achtet sie auf die Einhaltung und Durchführung der Projekte im Rahmen des Gender Mainstreaming. Außerdem kann sie Anregungen z. B. für geschlechtsspezifischen Unterricht in einzelnen Fächern geben.

Tätigkeitsfeld der Ansprechpartnerin:

Beratung und Unterstützung der Schulleitung bei dem Auftrag, die

Gleichstellung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen zu verwirklichen mit dem langfristigen Ziel, den Gedanken des Gender Mainstreaming zu implementieren.

Beratung und Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen in Fragen der Gleichstellung. (Ermutigung von Kolleginnen bei Bewerbungen)

Vermittlung bei Konflikten in Fragen der Gleichstellung auf Wunsch derBetroffenen. (In der Stundenplangestaltung und Unterrichtsverteilung wird beispielsweise versucht, familienbedingte Wünsche insbesondere auch der Teilzeit-kräfte zu berücksichtigen.)

Vertretung der Gleichstellungsbeauftragten in der Auswahlkommission für

Stellenbesetzungen. (Sie ist gleichberechtigtes Mitglied der Auswahlkommission zur Einstellung neuer Kolleginnen und Kollegen.)

Umsetzung an der Abraham-Frank-Sekundarschule

Mädchen und Jungen gestalten ihre Entwicklungsaufgaben verschieden und erfahren unterschiedliche Belastungen, zu deren Bewältigung sie geschlechtstypische Strategien entwickeln.

An der Abraham Frank Sekundarschule wird angestrebt, den individuellen Begabungen gerecht zu werden und unter Beachtung der vorhandenen Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen den toleranten Umgang miteinander und die Bereitschaft, eigenes Verhalten zu reflektieren und zu verändern und zu fördern, so dass Mädchen und Jungen befähigt werden, unabhängig von traditionellen Rollenerwartungen ihre Lebensplanung und -gestaltung individuell zu entwickeln.

Besonders hervorzuheben ist dabei ein Projekt in Klassen 7, das in jedem Schuljahr durchgeführt wird.

Jeweils am dritten Donnerstag im April findet der bundesweite „Girls´ und Boys´ Day“ statt. Ursprünglich wurde dieser Tag ins Leben gerufen, um Mädchen zu zeigen, wie vielfältig das Arbeitsangebot auf dem Arbeitsmarkt ist. Durch die Teilnahme am eintägigen „Praktikum“ soll den Mädchen Gelegenheit gegeben werden, Berufe kennen zu lernen, die erfahrungsgemäß eher von Jungen erlernt werden. Gleichzeitig wird auch den Jungen an diesem Tag ein Programm angeboten, da im Zuge der Gleichstellung auch die Jungen die Gelegenheit erhalten sollen, Berufe kennen zu lernen, die in der Regel eher von Mädchen erlernt werden. Schülerinnen und Schüler unserer Jahrgangsstufe 7 nehmen an diesem Tag teil.

Der Bewusstmachung und Reflexion geschlechtsspezifischer Unterschiede tragen wir im Schulalltag mit folgenden Maßnahmen Rechnung:

Eine gezielte und variierende Auswahl von Unterrichtsmethoden berücksichtigt die unterschiedlichen Kommunikations- und Arbeitsweisen von Jungen und Mädchen, ebenso wie die Tatsache, dass Unterrichtsmethoden unterschiedliche Lerneffekte bei Mädchen und Jungen auslösen.

Durch entsprechend ausgerichtete kollegiumsinterne Fortbildungen erweitern bzw. ergänzen die Lehrerinnen und Lehrer kontinuierlich ihre Kompetenzen im Bereich der Unterrichtsmethoden (z.B. Umgang mit Heterogenität, Einsatz kooperativer Lernformen). Je nach Vorerfahrungen werden auch geschlechtsspezifische Vorerfahrungen, zum Beispiel im Umgang mit Computern oder anderen technischen Hilfsmitteln, bei Gruppenbildungen berücksichtigt.

Auch wenn die wesentlichen Unterrichtsinhalte durch die Kernlehrpläne vorgegeben werden, ist der Fachunterricht inhaltlich auf die Förderung der individuellen Begabungen und Interessen der Mädchen und Jungen einer Lerngruppe ausgerichtet und leistet Beiträge zur reflexiven Koedukation, d.h. zum bewussten reflektierenden Umgang mit dem Verhältnis der Geschlechter.

Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet es eine Gleichbehandlung in allen Fächern, auch in denen, die aufgrund von tradierten Meinungen Mädchen oder Jungen wegen ihres Geschlechts nicht beherrschen.

In folgenden Fächern und fächerübergreifenden Projekten werden an der Abraham-Frank-Sekundarschule diesem Gedanken Rechnung getragen, und zwar in unterschiedlichen Jahrgangsstufen, sodass sich die Schülerinnen und Schüler in ihrer Schullaufbahn immer wieder mit dieser Thematik auseinandersetzen.

In den Fächern Deutsch,  Englisch und Französisch bietet  die Behandlung literarischer Texte die Möglichkeit, Rollenverteilungen bzw. -erwartungen zu reflektieren.

Im Sportunterricht fördern die Lehrerinnen und Lehrer durchgängig die Kooperation von Mädchen und Jungen sowie die Erweiterung der Bewegungserfahrungen. Zudem werden Leistungs- und Körperaspekte thematisiert.

Eine phasenweise Geschlechtertrennung im Fach Biologie findet nach Möglichkeit während der Unterrichtseinheiten zur „Sexualpädagogik“ in den Jahrgangsstufen 6 und 8 statt, um den geschlechtsspezifischen Fragestellungen gerecht zu werden und (Kommunikations-) Hemmungen abzubauen. In der Klasse 8 wird für die Mädchen eine Frauenärztin eingeladen. Für die Jungen ist das Stück „Gefühlsecht“ vorgesehen.

Im Fach Politik werden im Zusammenhang mit den Themen „Wozu dient Familie? Typisch Mädchen, typisch Junge“ in Jahrgangsstufe 5 Identität und Rollenverteilungen reflektiert.

In den Fächern Geschichte und Religion thematisieren wir gesellschaftliche Rollenveränderungen im Laufe der Zeit.

Im Fach Arbeitslehre wird in Klasse 6 die typische Aufgabenverteilung im Haushalt kritisch durchleuchtet.

Mit der Würdigung von herausragenden Wissenschaftlerinnen wie beispielsweise Lise Meitner und Marie Curie in den Fächern Chemie und Physik ist beabsichtigt, weibliche Vorbilder und Identifikations-figuren vorzustellen und Naturwissenschaften nicht mehr als männliche Domäne zu sehen.

Um Anreiz zu schaffen und Schülerinnen und Schüler gleichermaßen zu motivieren, an Wettbewerben (z.B. Känguru, Vorlesewettbewerbe, Architektenwettbewerb, etc.) teilzunehmen, nehmen wir Ehrungen der besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor.

'Soziales Lernen' in der Jahrgangsstufe 5 bedeutet neben der Sensibilisierung für die Verschiedenheit von Mädchen und Jungen die Stärkung des Selbstvertrauens und des Selbstwertgefühl. Die Schülerinnen und Schüler lernen in spielerischen und kreativen Unterrichtsphasen, die anschließend reflektiert werden, sich selbst aber auch andere mit ihren Stärken und Schwächen zu akzeptieren.

Im AG- Angebot gibt es die Möglichkeit spezielle Fähigkeiten und Fertigkeiten in unterschiedlicher Weise einzubringen, z.B. eine Ball-AG für Jungen aber auch eine Fußball-AG für Mädchen. Ebenso wird jedoch eine Hauswirtschaft –AG, Theater-AG, Modellbau-AG für Mädchen und Jungen angeboten, um eine Gleichbehandlung zu gewährleisten.

Die Schülerinnen und Schüler absolvieren in der Jahrgangsstufe 9 ein Schülerbetriebspraktikum. Dabei werden sie ermuntert geschlechtsfernere Berufe zu erkunden. Auch in der Einführungs- und Qualifikationsphase werden bei der Berufswahl-orientierung geschlechtsspezifische Fragestellungen berücksichtigt.

Um den Schülerinnen und Schülern vielfältige Ansprechmöglichkeiten zu geben, setzen sich die Jahrgangsstufen- und Klassenleitungsteams nach personellen Gegebenheiten aus jeweils einem Lehrer und einer Lehrerin zusammen.

Paten und Patinnen aus der Einführungsphase begleiten die Jahrgang 5 durch ihr erstes Schuljahr und sind ebenfalls Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

Die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrer achten auf eine möglichst paritätische Verteilung von Klassendiensten/-aufgaben.

Auch der regelmäßig durchgeführte Berufsinformationstag, der an einem Wochenende an der Schule stattfindet, bietet sowohl Mädchen als auch Jungen die Gelegenheit, in die Berufswelt Einblick zu nehmen. An diesem Tag stellen vielerlei Berufsbranchen, Schulen und andere Ausbildungsstätten ihre Arbeit vor. Die Teilnahme ist für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-10 verpflichtend.






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