Schulsozialarbeit

1.  Definition

„Unter Schulsozialarbeit wird im Folgenden ein Angebot der Jugendhilfe verstanden, bei dem sozialpädagogische Fachkräfte kontinuierlich am Ort Schule tätig sind und mit Lehrkräften auf einer verbindlich vereinbarten und gleichberechtigten Basis zusammenarbeiten, um junge Menschen in ihrer individuellen, sozialen, schulischen und beruflichen Entwicklung zu fördern, dazu beizutragen, Bildungsbenachteiligungen zu vermeiden und abzubauen, Erziehungsberechtigte und Lehrerinnen und Lehrer bei der Erziehung und dem erzieherischen Kinder- und Jugendschutz zu beraten und zu unterstützen sowie zu einer schülerfreundlichen Umwelt beizutragen.“ (Speck 2006, S.23)

Daraus ergeben sich die folgenden Globalziele für Schulsozialarbeit:

  • Unterstützung der Lebensbewältigung
  • Unterstützung der sozialen Kompetenzentwicklung
  • Unterstützung des Schulerfolgs

2.  Zielgruppen

Als Zielgruppen der Schulsozialarbeit gelten alle am Schulleben direkt oder indirekt beteiligten folgenden Personenkreise:

2.1  Schülerinnen und Schüler

Als zentrale Zielgruppe der Schulsozialarbeit sollen Schülerinnen und Schüler durch intervenierende und präventive Angebote in ihrer Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung, in der schulischen und außerschulischen Lebensbewältigung bei Entwicklungsaufgaben und akuten Problemen und Konflikten und in ihren sozialen Kompetenzen unterstützt und gefördert werden.

2.2  Erziehungsberechtigte

Ein wichtiger Bestandteil der Schulsozialarbeit ist die Elternarbeit. Wichtig ist es, elterliche Schwellenängste zu überwinden. Die Elternarbeit hat das Ziel, Eltern im Erziehungsprozess zu unterstützen. Um dies zu ermöglichen sind folgende Formen der Elternarbeit denkbar:

  • Beratungsangebote für Eltern (u.a. Präsenz an Elternsprechtagen)
  • themenungebundene Elternveranstaltungen
  • Hausbesuche und Kontakt zu Eltern, wenn sich über die Betreuung der Kinder der Wunsch und/oder die Notwendigkeit dafür ergeben.

2.3  Lehrkräfte

Lehrkräfte sind nicht nur Zielgruppe der Schulsozialarbeit, sondern im besonderen Maß gleichberechtigte Kooperationspartner. Sie sollen möglichst frühzeitig auf unterschiedliche Art und Weise in die tägliche Arbeit in den unterschiedlichsten Arbeitsfeldern eingebunden werden. Schulsozialarbeit muss/soll die Lehrkräfte für die Sichtweisen, Haltungen und Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen sensibilisieren, den Lehrkräften außerschulische Unterstützungsmöglichkeiten und Kooperationspartner vor Ort nennen, als Vermittler bzw. Berater bei Konflikten zwischen den verschiedenen Zielgruppen agieren und gezielte fachliche Hinweise zur Verringerung und Bewältigung von akuten Problemen in Schulklassen geben.

3.            Grundsätze

Aus dem achten Sozialgesetzbuch (SGB VIII) lassen sich folgende Grundsätze für Schulsozialarbeit ableiten:

  • präventive Ausrichtung
  • sozialpädagogische Dienstleistungsorientierung
  • Vielfalt an Methoden, Inhalten und Arbeitsformen
  • Freiwilligkeit der Adressaten bei der Inanspruchnahme von Leistungen
  • Schutz der Privatgeheimnisse und Sozialdaten von Klienten (Schweigepflicht)
  • Schutzauftrag der Jugendhilfe und des Staates bei Kindeswohlgefährdung

4.  Angebote und Leistungen

4.1  Beratung und Einzelfallhilfe

Dieser Arbeitsschwerpunkt von Schulsozialarbeit richtet sich an alle Schülerinnen und Schüler, an deren Familien sowie an die Lehrerinnen und Lehrer der AFS. Grundvoraussetzung dafür ist ein hohes Maß an Beziehungsaufbau und Beziehungsarbeit mit dem im System Schule anwesenden Akteuren. Die Beratung zielt darauf ab, möglichst frühzeitig akute Krisen einzelner Schüler zu erkennen und diese Problemlagen durch individuelle und gezielte Handlungsweisen zu beseitigen oder/und zu entschärfen.

Das Beratungsangebot ist freiwillig und kann von jedem Hilfesuchenden kostenfrei und verlässlich in Anspruch genommen werden. Je nach Problemkonstellation geht es nach angemessenem Zeitraum in einer ausreichenden Zahl an Einzelgesprächen darum, den Hilfesuchenden an externe Einrichtungen weiterzuvermitteln.

Folgende Punkte gehören zum Aufgabenbereich in der Beratung und Einzelfallhilfe:

  • allgemeine Beratung und Information für Kinder und Jugendliche
  • allgemeine Beratung und Information für Eltern
  • Krisenintervention
  • Kooperation mit den in der Problemsituation beteiligten Akteuren und Einrichtungen
  • Konstruktive Konfliktbearbeitung
  • Kinder- und Jugendschutz
  • Berufsorientierung und Lebenswegplanung
  • Kollegiale Beratung und Information für Lehrer

4.2 Sozialpädagogische Gruppenarbeit

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit stellt ein weiteres Arbeitsfeld der Schulsozialarbeit dar. Es richtet sich an ganze Schulklassen, Teile von Schulklassen oder an themenspezifische Kleingruppen.

Folgende Themenbereiche können Inhalt der Gruppenarbeiten sein:

  • Gewalt- und Suchtprävention
  • Konflikte in der Klasse
  • Zukunftsplanung
  • Streitschlichterausbildung
  • erlebnispädagogische Angebote
  • SV – Arbeit

4.3  Vernetzung und Gemeinwesenarbeit

Nach der Familie ist die Schule der zentrale Lebensort für Kinder und Jugendliche. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ein gutes Miteinander und eine Vernetzung aller am Schulleben Beteiligten gefördert wird. Dabei hat Schulsozialarbeit eine Schlüsselrolle inne.

Folgende Institutionen/Personen können daher Kooperationspartner von Schulsozialarbeit sein:

  • Allgemeiner Sozialer Dienst des Jugendamtes (ASD)
  • Psychologische Beratungsstellen
  • Schulpsychologen
  • Berufsberatung der Agentur für Arbeit
  • örtliche Polizei
  • ortsansässige Vereine und Verbände
  • kommunales Jugendwerk
  • Grundschulen

4.4  Offene Angebote

Die von der Schulsozialarbeit angebotenen offenen Freizeitangebote finden weitestgehend außerhalb des Unterrichts statt.

Alle Angebote sind freiwillig. Sie werden entweder klassenübergreifend, alters- oder geschlechtsbezogen durchgeführt und haben zum Ziel, den Schülerinnen und Schülern sinnvolle Freizeitbeschäftigungen zu ermöglichen.

5.  Rahmenbedingungen an der Abraham-Frank-Sekundarschule

Träger der Schulsozialarbeit an der AFS ist die Stadt Velen.

Grundsätzlich ist der Schulsozialarbeiter mit einer vollen Stelle (38,5 Stunden/Woche) beschäftigt. Solange sich die Schule noch im Aufbau befindet, entfallen die Stunden des Schulsozialarbeiters gemessen an der  jeweiligen Gesamtschülerzahl auf 2 oder mehrere Tage.

Zurzeit (Schuljahr 2013/2014) ist er montags und donnerstags jeweils von 07:45 – 16:00 Uhr in der Schule präsent. Telefonisch kann der Schulsozialarbeiter über das Schulsekretariat (02863/5567) oder sein Diensthandy (01604428642) erreicht werden.

Zu den weiteren Aufgaben des Schulsozialarbeiters an der Abraham-Frank-Sekundarschule gehören die Betreuung in der Mittagsfreizeit und das Angebot von Arbeitsgemeinschaften im Ganztag.






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